Körper und Geist


Jeder Langstrecken-Läufer kennt den "Toten Punkt", an dem es für Geist und Körper kaum weiter geht. Es wird viel Willenskraft benötigt, um diesen Punkt zu überwinden. Durch "geschicktes Denken" ist es aber schaffbar: der Geist versorgt den Körper mit Kraft und Energie und der Körper dankt es mit einem Leistungsschub. Und schon befinden wir uns mitten drin, in der phantastischen Melange aus Körper und Geist.

Ob Marathon oder Meditation, Körper und Geist sind eine fest verwobene Einheit. Dies lässt sich sehr einfach am Wechselspiel zwischen Stress und Entspannung zeigen: Vergleichen wir Stress mit Entspannung - beide im Wachsein - so fällt beim Stress z.B. folgendes auf: Unruhe, Aggressivität, erhöhte Muskelspannung und so weiter. Die Entspannung stellt in solcherlei Aspekten das genaue Gegenteil dar. Stress bedeutet immer Stress auf beiden Ebenen: den Körperfunktionen (Muskelspannung, Atem, Puls) und dem psychischen Erleben. Entspannung ist daher ebenso eine Entspannung auf diesen beiden Ebenen.

Unsere bewusste Wahrnehmung ist der Schatten, den körperliche Aspekte auf eine neuronale Leinwand werfen (z.B. Gefühle, Geistesblitze, Träume). So ist selbst das Fülen einer zärtlichen Berührung nicht die Berührung selbst, sondern nur ihr "Schatten" im Gehirn. In der Hypnose können wir diese Wirkungsrichtung umkehren: Der Schatten spielt den Puppenspieler! Da wir diese "Schatten" - und damit die dahinter stehenden neuronalen Aspekte - sehr gezielt beeinflussen können, sind der Nutzbarkeit von Hypnose kaum Grenzen gesetzt.

Formen und Ebenen des Bewusstseins (ausklappen)

Bewusstseinsformen:

Wach
Das Wachsein ist uns wohlbekannt. Es ist geprägt von Aktivität, Interaktion mit der Außenwelt und einer grundsätzlich nach außen gerichteten Wahrnehmung. Freilich sind die Unterschiede zwischen z.B. entspanntem und gestresstem Wachsein deutlich zu spüren.

Schlaf
Der Schlaf ist die Ruhephase von Geist und Körper - und ist es doch nicht. Im Schlaf ruhen unsere inneren Prozesse keineswegs. Die Lösung von kniffligen Problemen während des Traums ist hinlänglich bekannt (z.B. die Entdeckung der Ringstruktur des Benzols durch August Kekulé). Zudem seien hier die Theorien von Michel Jouvet zu erwähnen.

Trance
Die eigentliche Ruhephase ist die Trance: Sind die Sinne im Wachsein nach außen gerichtet, sind sie im Schlaf einem automatischen Programm unterworfen, so ist die Trance der bewusste, vom Willen gesteuerte Blick nach innen. Hypnose stellt dabei die Reinform der Trance dar, weshalb sie ohne dogmatische Scheuklappen besonders wirkungsvoll und vielfältig eingesetzt werden kann


Bewusstseinsebenen:

bewusst
Die bewusste Wahrnehmung ist sowhol die geläufigste, als auch die geringste Wahrnehmung. Wirklich konzentrieren kann sich der Mensch nur auf eine Sache (die allerdings auch eine Vernetzung sein kann, z.B. die Übersicht im Straßenverkehr). Das normale Wachsein ist auch immer ein relativ oberflächlicher Wahrnehmungszustand. Innere Prozesse werden im Schlaf oder in Trance weitaus deutlicher wahrgenommen, wobei hierfür "alles andere" aus dem Bewusstsein verdrängt werden muss.

vorbewusst
Solange Sie nicht an Ihre Atmung denken (die trotzdem in jeder Sekunde spürbar vorhanden ist), liegt sie im Vorbewussten. Vorbewusst ist sie deshalb, weil sie von dort sehr leicht ins Bewusstsein hervor zu holen ist - man muss die Atmung nur ansprechen und schon ist sie "da". Vorbewusst nennen wir also all jene Dinge, die sehr einfach ins Bewusstsein zu holen sind, ohne dass sie sich dort schon befinden.

unbewusst
Der mit Abstand größte Teil unseres psychischen Seins spielt sich im Unbewussten ab. Die Nierenfunktion, vergrabene Erinnerungen und selbst große Anteile unsere Sinneswahrnehmungen sind im Unbewussten verborgen. Diese Prozesse usw. sind nicht so einfach ins Bewusstsein zu rufen. Wir begegnen einigen davon im Traum. Oder in einer hypnotischen Trance - dort können sie zielgenau gefunden und bearbeitet werden.

Alltagssprache: unterbewusst
Häufig lesen und hören wir vom Unterbewusstsein. Dies ist die alltagssprachliche Bezeichnung für alles, was gerade nicht bewusst ist. Der Begriff "Unterbewusstsein" schließt also alles Vorbewusste und Unbewusste in sich ein.



Das Nervensystem (ausklappen)

Der Körper enthält das sogenannte Nervensystem. Zu diesem Netz gehören die Nervenbahnen, das Rückenmark und das Gehirn. Das Gehirn ist vom Nervensystem, das den ganzen Körper durchzieht, ebensowenig trennbar, wie das Herz vom Kreislauf. Das Gehirn ist also kein Befehlsgeber sondern ein wichtiger Teil eines komplexen Systems: unseres Körpers. Und dieses Netz dient zwei klar definierten Zwecken:

• Steuerung der inneren Prozesse des Körpers (z.B. Fieber bei einer Infektion)
• Interaktion unseres Körpers mit der Außenwelt (z.B. aktive Nahrungssuche)

Um diese beiden Zwecke sinnvoll und erfolgreich zu erfüllen, schließt das Nervensystem an unsere Sinne an. Vereinfacht dargestellt sind die Sinnesreize die äußeren Enden unseres Wahrnehmungs-Apparates, die Großhirnrinde ist das innere Ende, an dem unser Bewusstsein gebildet wird. Nehmen wir als Beispiel die Muskelschwere im Autogenen Training: Stellt sich eine körperliche Entspannung ein, so geht diese mit einer Erschlaffung der Muskeln einher. Die Muskelschlaffheit wiederum wird als Körperschwere wahrgenommen.

Die Wahrnehmung ist immer auch ein Signal. Bei der Entspannung ist dieses angenehme Gefühl der Schwere ein Signal dafür, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Der anfangs erwähnte "Tote Punkt" hingegen ist ein deutliches Signal, dass eine Veränderung stattfinden muss: Diese Veränderung kann sein, den Lauf zu beenden. Sie kann aber auch eine Rejustierung von Aspekten wie Hormone, Nervenspannung usw. darstellen. Und auf diese Rejustierung, das Überwinden des "Toten Punkts", kann eine gut geschulte Person gezielt einwirken.

Im Grunde wirkt die Mentalfunktion (Imagination, Wille, Hypnose) auf das Nervensystem, so dass dieses System wunschgemäß auf nahezu alle mit ihm verbundenen Körperprozesse wirken kann. Sei es ein direkter Zugriff auf den Muskeltonus (siehe Video unten), sei es die akute oder dauerhafte Veränderung unserer Stimmungslage (z.B. Nervenanspannung), sei es die Förderung körperlicher Fähigkeiten. Es ist nicht nur der Körper, der einen psychischen Abdruck auf der "Leinwand der Wahrnehmung" hinterlässt. Es ist auch die imaginative Vorstellung, die wir uns rückkoppelnd zunutze machen können. Die Vorstellung einer Bewegung erzeugt die Bewegung selbst.



Sie haben nun erfahren, wie eng Ihre körperlichen Prozesse mit den geistigen Prozessen verbunden sind: Körper und Geist bilden eine Einheit. Und so wie es uns möglich ist, durch mentale Vorstellungen auf Körperprozesse einzuwirken, so können wir uns auf dieselbe Art und Weise in unserem Geist bewegen, wirken und "geistige" Prozesse (z.B. Konzentrationsfähigkeit) dauerhaft verändern. Die Hypnose stellt dabei einen direkten Kanal zu unserem Unbewussten dar. Denkt man diesen Gedanken zu Ende, ist z.B. die erstaunliche Wirkung der Nichtraucher-Hypnose kein Wunder mehr. Sei es der Flug zum Mond, sei es die tiefsitzende Veränderung in uns selbst: Das Geheimnis erstaunlicher Wirkungen ist eine gute Methodik und ihre qualitativ hochwertige Umsetzung.

Ausprobieren (ausklappen)

Der Weg in die hypnotische Trance ist gleichbedeutend mit einem Weg nach Innen. Dies beginnt in der Regel damit, dass eine Fokussierung vorgenommen wird. So können Sie sich auf eine Kerze konzentrieren, auf einen wiederkehrenden Ton (z.B. ein Metronom oder das Meeresrauschen), auf Ihren Atem, auf ein glitzerndes Gewässer oder einen realen oder imaginären Punkt an der Wand - der Phantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Durch die Fokussierung werden die Sinne darauf eingestellt, nicht viele Dinge parallel und oberflächlich wahrzunehmen (wie es im "normalen" Wachzustand der Fall ist). Es werden nur wenige Dinge gleichzeitig, dafür aber intensiv wahrgenommen - je intensiver, desto weniger. So gesellt sich zur Wahrnehmung des fokussierten Objekts z.B. die Wahrnehmung des eigenen Körpers hinzu: Atem, Körperschwere, Körperwärme. Diese Melange führt ganz automatisch in eine immer tiefer werdende Entspannung.

Öffnen Sie folgenden Link in einem neuen Tab: Pendulum. Dort finden Sie ein Pendel, das Ihnen auf folgende Weise die ersten Schritte in eine Hypnose erleichtern wird: Sitzen Sie bequem, blicken Sie durch die gestrichelte Linie "hindurch" und lassen Sie das Pendel einfach an ihrem Sehfeld vorbei gleiten. Fühlen Sie dabei das Gewicht Ihres Körpers. Stellen Sie sich nun vor, wie Sie mit jedem Mal, wenn das Pendel die Ruheposition (die gestrichelte Linie) durchläuft, tiefer in ihren Sitz sinken. Jeder Pendelschlag ist eine Treppenstufe in eine tiefere Entspannung. Folgen Sie Ihrer Schwere, wo sie auch immer in Ihrem Körper zu spüren ist. Lassen Sie die Schwere durch Ihren Körper kreisen oder fließen, während das Pendel in seiner stoischen Ruhe an Ihrem Sehfeld entlang zieht. Warten Sie ab, was geschieht.




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