Was ist Hypnose?



Die Hypnose ist ein vollkommen natürlicher Zustand, dessen Oberfläche wir alle bestens kennen. Eine meditative Trance fällt ebenso unter den Sammelbegriff "Hypnose", wie auch die gedankenlose Entspannung beim ziel- und zeitlosen Blick in ein glitzerndes Gewässer. Hypnose beschreibt also keinen exotischen Zustand, in dem der Hypnotisand völlig weggetreten wäre. Ganz im Gegenteil: Während der Kontakt zur äßeren sowie zeitlich nicht akuten Dingen abgebaut wird, wird die Selbstwahrnehmumg deutlich gesteigert. Emotionale (psychische) wie körperliche (somatische) Aspekte können sinnlich erfahren und zielgenau vertieft, genutzt und kombiniert werden.

Die Hypnose ist ein Zustand, der auch ohne Suggestionen auf Geist und Körper pflegend und aktivierend wirkt. Hier sei als Vergleich der traumlose Schlaf erwähnt: So wichtg die analytische Traumdeutung für Therapie und Erkenntnis sein mag, ist auch der traumlose "Schlaf an sich" wichtig für geistige und körperliche Gesundheit. Je tiefer die Hypnose, desto weiter führt der Blick nach Innen, losgelöst von den Ketten des Alltags. Durch körperliche Entspannung und eine Abfolge gezielter Suggestionen stellt sich der Zustand einer hypnotischen Trance meist von ganz alleine ein. Anwendende Berufsgruppen (vom Neuropsychologen bis zum Sportmediziner) sind sich in der Wirkung von Vielfalt und Nützlichkeit der Hypnose einig. In der Hypnoseforschung sind nur noch Detailfragen zu klären. Es existiert also die Frage nicht, ob und wie weitreichend Hypnose eingesetzt werden kann (wer hier zweifelt, beginne mit der Recherche an der Oberfläche: wikipedia.org/hypnose. Die richtige Frage ist: Wie gut ist der Hypnotiseur mit dem System vertraut, das er bedient? Dies beinhaltet u.A.:
- Technik des "Hypnotisierens"
- Frage und Persönlichkeit des Klienten
- Funktionen und Wirkungsweisen von Psyche und Psychosomatik
- Kombination rationaler (Methodik, Analyse) und irrationaler Aspekte (Symbolsprache, Psychosomatik)
Gerade in der Hypnose ist es elementar, sich auf die individuellen Aspekte des Klienten einzulassen. Ein breit aufgesellter Wissens- und Erfahrungsschatz ist also unabdingbar.



Eine geleitete Hypnose ist im Grunde eine begleitete Selbsthypnose. Als beispielhafter Vergleich ist eine Bergtour mit Bergführer sehr passend. Obwohl es der Bergführer ist, der die sicheren Wege kennt, das Wetter im Blick hat und Ihnen interessante Aspekte von Natur und Landschaft zu berichten weiß, sind Sie es doch Ihre eigenen Füße, die Sie durch die Bergtour tragen. Üblich ist die Induktion (Einleitung) einer Hypnose durch die sogenannte Verbalsuggestion. Insofern sie individuell angepasst wurde, ist diese Methode sehr wirkungsvoll und führt sowohl sanft wie auch zielgerichtet in den erwünschten Zustand. Auf Umdenken und Überrumpelung des Denkvorgangs ausgelegt sind interessante Techniken zur Schnell- und Blitzhypnose. Im Coaching werden diese jedoch selten angewandt, sie ergeben oftmals die eindrucksvollen Effekte der Showhypnose.



Als Suggestionen werden die heilsamen Einflüsterungen des Hypnotiseurs bezeichnet, wie sie vorallem in der coachenden und therapeutischen Anwendung der Hypnose zu finden sind. In einer hypnotischen Trance ist die Wirkung von Suggestionen klarer (weil wörtlich verstanden) und um ein Vielfaches tiefer. Wie wirksam Suggestionen sein können, insofern die "erwachsene" Logik nicht dazwischen funkt, zeigt folgendes Beispiel: Ein Kind schneidet sich in den Finger und verlangt unter Schmerzen nach einem Dino-Pflaster. Es ist jedoch kein Dino-Pflaster zur Hand, weshalb das Kind weiter Schmerzen leidet. Erst durch das Auffinden des ersehnten Dino-Pflasters werden die Schmerzen (deutlich) verringert. Allein durch den Wunsch des Kindes wirkt das Dino-Pflaster auf den Schmerzreiz. In dieser allen Eltern bekannten Situation ist noch keine Hypnose im Spiel, dem Kind "fehlt" einzig die typische Logik-Barriere der Erwachsenen. Wie einfach diese Barriere umgangen werden kann, beweist nicht zuletzt die Wirkung von Placebos.

Im Zustand einer hypnotischen Trance ist die psychosomatische Wirkung von Suggestionen und Vorstellungen (im Beispiel: "Nur ein Dino-Pflaster kann mir helfen!") deutlich gesteigert. Die Hypnose ist daher ein wirkungsvolles Werkzeug für die Behandlung und das "Tuning" von Geist und Körper. Und so vielfältig die Menschen sind, so vielfältig ist ihre Anwendung.

ACHTUNG: Gegenanzeigen (hier bitte nicht hypnotisieren!)
Neurose, Psychose, akuter Schock, Schizophrenie, Herzschwäche, Kreislaufschwäche, mögliches Wecken eines Traumas, unangenehme Gefühle in der Hypnose, Ablehnung der Hypnose. → Im individuellen Fall soll ein kompetenter Arzt entscheiden.

Gerne gestellte Fragen

Kann ich mich bei einer Hypnose wirklich sicher fühlen?
Die Hypnose stellt einen Zustand dar, in dem das Unbewusste offen ist für Ratschläge, Hinweise, Empfehlungen (die Suggestionen). Wenn Ihnen diese Empfehlungen sinnvoll erscheinen, dann werden sie aufgenommen und umgesetzt. Widersprechen die Suggestionen Ihrem Willen, Ihrer Moral, Ihren Gefühlen etc., dann werden sie trotz hypnotischer Trance abgelehnt. Es ist wie mit einem Samenkorn: Es geht nur auf, wenn der Boden empfänglich ist. Die landläufige Meinung, der Hypnotiseur kontrolliere den Hypnotisanden, gehört ins Reich der Märchen. Sind Sie gesund (s.o. Gegenanzeigen), so können Sie sich also ohne Bedenken hypnotisieren lassen.

Ist der Zustand einer hypnotischen Trance irgendwie schädlich?
Nein. Dieser Zustand ist bei gesunden Menschen grundsätzlich gesund. Einzig bei Menschen mit starken Neurosen, Psychosen, Herzschwäche, Schizophrenie... sei von einer Hypnose dringend abgeraten. Und natürlich sollte man nicht mit Nachdruck in offene Traumata hinein hypnotisieren. Die Hypnose an sich ist eine tiefe seelische und körperliche Entspannung - eine Art "Reset" für Körper und Gehirn.

Kann man auf Hypnose "hängenbleiben"?
Nein. Man kann ja auch nicht auf einer Meditation oder auf autogenem Training oder dem Schlaf hängenbleiben. Ein berechtigter Vergleich.

Ist jeder Mensch hypnotisierbar?
Ja, jeder gesunde Mensch ist hypnotisierbar, insofern er sich nicht dagegen wehrt. Bis zu welchem Grade, das ist individuell. Ein paar sind kaum hypnorisierbar, andere haben ganz ohne fachliche Unterstützung einen Zugang zur Hypnose gefunden, ohne dass sie es so benennen würden. Die Suggestibilität ist der Grad, wie leicht es jemandem fällt in eine hypnotische Trance zu gleiten. Dies kann mit einfachen Versuchen getestet werden.

Warum lassen sich die Menschen bei einer Showhypnose manchmal sogar lächerlich machen?
Bei einer Showhypnose werden aus dem Publikum mittels geschickter, mehrstufiger Auswahlverfahren diejenigen Gäste herausgesucht, die eine echte Lust darauf verspüren, sich auf der Bühne - teilweise im Wortsinn - zum Affen machen zu lassen. Sie sind bereit und für die Suggestionen des Hypnotiseurs empfänglich.

Warum wird Hypnose, wenn sie so gesund und wirksam ist, nicht flächendeckend angewendet?
Hier gibt es mehrere Gründe, die zusammen wirken. Zuerst einmal ist die Hypnose wissenschaftlich noch nicht lange erkundet, diese Forschung ist kaum hundert Jahre alt. Gerade im 19. Jahrhundert wurde Hypnose viel im okkulten Bereich angewandt. Auch diese Verbindung ist noch in den Köpfen der Menschen - fest verankert nicht zuletzt in Film und Trivial-Literatur. Heutzutage verdient die Pharmaindustrie gut an Medikamenten zur Hemmung von Symptomen, wohingegen die Hypnose nicht via Ladentheke verkauft werden kann. Auch von staatlicher Seite gibt es keinerlei Bestrebungen. Nicht zuletzt schadet manche Showhypnose dem Ansehen der Hypnose sehr. Alles in Allem ist dies eine sehr ungünstige Gemengelage für die Verbreitung der Hypnose und Selbsthypnose.