Was ist Hypnose?

"Deine Hypnosen haben mich so positiv geprägt, ich habe mein Leben nun wieder selbst in der Hand."



Hypnose ist ein Zustand, der auf Geist und Körper pflegend und aktivierend wirkt, indem das "Außen" und den Alltag in den Hintergrund tritt. Schon die einfache Entspannung beim Blick in die Wolken, wenn Vergangenheit und Zukunft aus dem Bewusstsein verschwinden, ist eine leichte hypnotische Trance. Je tiefer die Trance, desto weiter führt der Blick nach Innen: Instinkt, Intuition und Gefühl. Durch körperliche Entspannung und eine Abfolge von Suggestionen entspannt die Seele automatisch.

Atmung, Körpergefühl, Bildsprache und Entscheidungsfreiheit spielen dabei entscheidende Rollen. Beobachtung, Kommunikation und Handlungen sind in der Hypnose weiterhin möglich - sie gehen vom Unbewussten aus. Das Bewusstsein ist als Beobachter in der Nähe, während das im Alltag oft vernachlässigte Innenleben Raum zur Entfaltung bekommt.

BEISPIEL:
Eine lange Fahrt mit Auto. Der Blick klebt an der Straße, verliert sich im Horizont und in der vorbei ziehenden Landschaft Die Realität wird weich und schemenhaft, während die Kilometer "wie im Schlaf" dahin rinnen. Die Umgebung wird nicht mehr analysiert sondern empfunden. Hier erkennen wir einen typischen Hypnosezustand, eine leichte hypnotische Trance. Als Blick nach Innen verkörpert dieser ein wort- und zeitloses Bei-Sich-Sein, hier verstärkt durch das Vibrieren des Fahrzeugs und dem Dahingleiten der Landschaft. Trotz des Versinkens in die Hypnose kann von Kontrollverlust keine Rede sein.


Eine geleitete Hypnose ist im Grunde eine begleitete Selbsthypnose (siehe Medien). Die Selbsthypnose ist nicht schwer zu erlernen, dafür ist sie in vielen Bereichen des Lebens nützlich. Eine gezielte Heilsuggestion ist nicht zwingend nötig, es reicht der reine Zustand einer hypnotischen Trance. Üblich ist die geleitete Hypnose durch Verbalsuggestion, diese Methode wirkt sehr einfach und erfolgversprechend. Auf Umdenken und Überrumpelung des Denkvorgangs ausgelegt sind interessante Techniken zur Schnell- und Blitzhypnose. Im Coaching werden diese jedoch selten angewandt.

Als Suggestionen werden die heilsamen Einflüsterungen des Hypnotiseurs bezeichnet, wie sie vorallem in der coachenden und therapeutischen Anwendung der Hypnose genutzt werden. Ein Beispiel zur Behandlung von Lampenfieber wäre: "Du stehst auf der Bühne und bist sicher und entspannt." Die Suggestion erreicht im Zustand der Hypnose die tiefen, unbewussten Schichten des Seins. Dort, wo vorher die (irrationale) Angst vor der Bühne verankert war, wird nun das Gegenteil injiziert: In unserem Beispiel die Bühnensicherheit. Da Lampenfieber und Bühnensicherheit nicht nebeneinander existieren können (sie schließen sich gegenseitig aus), verdrängt bei einer gut geführten Hypnose-Behandlung die Bühnensicherheit das Lampenfieber. Die Gefühlsverbindung zur Bühne wird umgedeutet, die Wirkung ist von Dauer.

ACHTUNG: Gegenanzeigen (hier bitte nicht hypnotisieren!)
Neurose, Psychose, akuter Schock, Schizophrenie, Herzschwäche, Kreislaufschwäche, mögliches Wecken eines Traumas, unangenehme Gefühle in der Hypnose, Ablehnung der Hypnose. → Im individuellen Fall soll ein kompetenter Arzt entscheiden.


Gerne gestellte Fragen

Kann ich mich bei einer Hypnose wirklich sicher fühlen?
Die Hypnose stellt einen Zustand dar, in dem das Unbewusste offen ist für Ratschläge, Hinweise, Empfehlungen (die Suggestionen). Wenn Ihnen diese Empfehlungen sinnvoll erscheinen, dann werden sie aufgenommen und umgesetzt. Widersprechen die Suggestionen Ihrem Willen, Ihrer Moral, Ihren Gefühlen etc., dann werden sie auch nicht aufgenommen. Es ist wie mit einem Samenkorn: Es geht nur auf wenn der Boden empfänglich ist. Die landläufige Meinung, der Hypnotiseur kontrolliere den Hypnotisanden, gehört ins Reich der Märchen. Sie können sich also ohne Bedenken hypnotisieren lassen.

Ist der Zustand einer hypnotischen Trance irgendwie schädlich?
Nein. Dieser Zustand ist grundlegend immer gesund. Einzig bei Menschen mit starken Neurosen, Psychosen, Herzschwäche, Schizophrenie... sei von einer Hypnose dringend abgeraten. Und natürlich sollte man nicht blind in offene Traumata etc. hinein hypnotisieren. Die Hypnose an sich ist eine tiefe seelische und körperliche Entspannung.

Kann man auf Hypnose hängenbleiben?
Nein. Man kann ja auch nicht auf einer Meditation oder auf autogenem Training oder dem Schlaf hängenbleiben.

Ist jeder Mensch hypnotisierbar?
Ja, jeder gesunde Mensch ist hypnotisierbar, insofern er sich nicht dagegen wehrt. Bis zu welchem Grade, das ist individuell. Ein paar sind kaum hypnorisierbar, andere haben ganz ohne fachliche Unterstützung einen Zugang zur Hypnose gefunden, ohne dass sie es so benennen würden. Die Suggestibilität ist der Grad, wie leicht es jemandem fällt in eine hypnotische Trance zu fallen. Dies kann mit einfachen Versuchen getestet werden.

Warum lassen sich die Menschen bei einer Showhypnose manchmal sogar lächerlich machen?
Bei einer Showhypnose werden aus dem Publikum mittels geschickter, mehrstufiger Auswahlverfahren diejenigen Gäste herausgesucht, die eine echte Lust darauf verspüren, sich auf der Bühne - teilweise im Wortsinn - zum Affen machen zu lassen. Sie sind bereit und für die Suggestionen des Hypnotiseurs empfänglich.

Warum wird Hypnose, wenn sie so gesund und wirksam ist, nicht flächendeckend angewendet?
Hier gibt es mehrere Gründe, die zusammen wirken. Zuerst einmal ist die Hypnose wissenschaftlich noch nicht lange erkundet, diese Forschung ist kaum hundert Jahre alt. Gerade im 19. Jahrhundert wurde Hypnose viel im okkulten Bereich angewandt. Auch diese Verbindung ist noch in den Köpfen der Menschen. Heutzutage verdient die Pharmaindustrie gut an Medikamenten zur Hemmung von Symptomen. Auch von staatlicher Seite gibt es keinerlei Bestrebungen. Nicht zuletzt schadet manche Showhypnose dem Ansehen der Hypnose sehr. Alles in Allem ist dies eine sehr ungünstige Gemengelage für die Verbreitung der Hypnose und Selbsthypnose.